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Deutsche Philhellenen

26.02.2021 - Bildergalerie

Anlässlich des 200. Jubiläums seit Beginn des griechischen Unabhängigkeitskampfes gegen die osmanische Herrschaft stellt Ihnen die Deutsche Botschaft Athen 21 Beispiele des deutschen Philhellenismus vor.

Wilhelm Traugott Krug

Der Leipziger Professor Wilhelm Traugott Krug beschwor als eine der ersten Personen außerhalb Griechenlands bereits im April 1821 „Griechenlands Wiedergeburt“. Er sah die Griechische Revolution als Kampf um Gerechtigkeit und Freiheit und prägte mit seinen Schriften die philhellenische Bewegung in Sachsen und Preußen.

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Friedrich Wilhelm Thiersch

Griechenland hat als „Heimat seiner Bildung und seiner Ideale“ den Humanisten Friedrich Wilhelm Thiersch tief geprägt. Mit der Folge, dass sich der wechselseitige Einfluss zwischen Bayern und Griechenland über die Jahrzehnte nach der Griechischen Revolution erstreckte.

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Karl Friedrich Leberecht Graf von Normann-Ehrenfels

Das Leben Karls von Normann-Ehrenfels ist engstens mit der Errichtung, dem Feldzug und der tragischen Vernichtung des Philhellenen-Bataillons verstrickt. Als Generalmajor einer paneuropäischen Einheit, die wegen ihres philhellenischen Idealismus entstanden war, brachte er Soldaten unterschiedlicher Herkunft zusammen und führte sie in den Kampf an der Seite der Griechen. Er wurde in der Schlacht von Peta schwer verwundet und starb kurz danach in Messolonghi. 

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Karl Wilhelm Freiherr von Heideck

Als General, Maler und Mitglied der Regentschaft des griechischen Staats machte sich Karl Wilhelm von Heideck nicht nur um den griechischen Unabhängigkeitskampf, sondern auch um den neugegründeten griechischen Staat verdient. Als Vertrauter von Ioannis Kapodistrias trug er maßgeblich zur Errichtung des Militärwesens in Griechenland bei. Die Nationalversammlung von Damalas (heutiges Troizina) verlieh Heideck ehrenhalber die griechische Staatsbürgerschaft. Seine Gemälde gelten als authentische, zeitgenössische Dokumente der griechischen Revolution.

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Karl Krazeisen

Karl Krazeisen war ein Oberleutnant der Bayerischen Armee, als er 1826 beschloss, nach Griechenland zu gehen und den Freiheitskampf der Griechen zu unterstützen.

Er kämpfte ein Jahr in Griechenland und kämpfte in verschiedenen wichtigen Schlachten. Am bekanntesten ist er heute jedoch wegen der detailgetreuen Portraits, die er von einigen der Anführern der griechischen Revolution fertigte. Er fertigte diese Portraits vor Ort als Amateur-Maler von 1826 bis 1827.

Ein Jahr vor der ersten dokumentierten Fotografie überhaupt spürte Krazeisen die historische Bedeutung dieser Zeichnungen. Sie wurden von den porträtierten griechischen Kämpfern und Philhellenen als Nachweis ihrer Authentizität selbst unterzeichnet.

In einer Zeit, die ganz anders war als die heutige, in der alles sofort visuell dokumentiert und geteilt wird, hat Krazeisen durch sein Werk den griechischen Unabhängigkeitskampf visualisiert und international bekannt gemacht.

Die Griechen haben die Bedeutung seiner Zeichnungen wahrgenommen und eines der Portraits zum Teil ihres Alltags gemacht: von 1984 bis zur Einführung des Euros im Jahr 2002 war Krazeisens Portrait von Theodoros Kolokotronis auf dem 5.000-Drachmen-Schein abgebildet.

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Johann Daniel Elster

Der Musiker, Mediziner und „Abenteurer“ Johann Daniel Elster erreichte Griechenland im Jahr 1822. Im Philhellenen-Bataillon wirkte er als Bataillonsarzt. Er dokumentierte in seinem Tagebuch die Entstehung des Bataillons in Korinth, seinen Einsatz auf der Seite der aufständischen Griechen und die frühzeitige Niederlage bei der Schlacht von Peta. Durch seine Notizen gewinnt man einen Einblick in die Visionen, den Alltag und die Enttäuschungen mancher Philhellenen, die ihrer Leidenschaft folgend nach Griechenland gekommen waren.

Johann Wilhelm August Streit

Der Schreiner Johann Wilhelm August Streit erlebte im Jahr 1821 die Gräueltaten gegen die christliche Bevölkerung von Konstantinopel mit, die als Vergeltung für den griechischen Aufstand begangen wurden. Er hatte Mitleid mit der „antiken und edlen Nation der Griechen“ und rechtfertigte ihren Kampf für Freiheit. Seine Darstellung der Begebenheiten beleuchtet eine Facette einer politisch turbulenten Zeit.

Johann Georg Gustav Feldham

Ein Jahr nach dem Ausbruch des griechischen Unabhängigkeitskampfes erschien in Leipzig eine Schrift, die die Abenteuer des Freiwilligen Gustav Feldham in Griechenland beinhaltete. Tatsächlich wurde General Normann im Philhellenen-Bataillon von einem Adjutanten unterstützt, der aus Dessau stammte und „Feldhann“ hieß. Die Authentizität der Schrift ist umstritten. Gleichwohl handelt es sich dabei um eine spannende Schilderung der damaligen Geschehnisse, die die Absicht verfolgte, die deutschsprachige Öffentlichkeit auf die „edle griechische Sache“ aufmerksam zu machen.

Adolph von Lübtow

Der Preuße Adolph von Lübtow dokumentierte seine Erlebnisse als Mitglied des Philhellenen-Bataillons in einem Tagebuch, welches nach Überarbeitung durch seinen Landsmann Ludwig von Bollmann im Jahr 1823 in Bern veröffentlicht wurde. Das idealisierte Bild der Antike ist prägend in seiner Erzählung und stellt einen gewissen Gegensatz zu der manchmal düsteren Realität der damaligen Zeit dar. Aber von Lübtow passt sich und seine Vorstellung während seines Aufenthalts in Griechenland den gegebenen Umständen an. So gelingt es ihm, die aufständischen Griechen seiner Zeit zu verstehen.

Carl Gerber

Die Unterstützung des griechischen Unabhängigkeitskampfes wurde im deutschsprachigen Raum auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck gebracht. Der Diplomat Carl Gerber spürte die Zurückhaltung bestimmter Kreise gegenüber dem Aufstand der Griechen und versuchte,  die Kritiker mit rationalen Argumenten von dessen Legitimität zu überzeugen. Gerbers These sah ein künftiges unabhängiges Griechenland als einen zuverlässigen Partner im Südosten Europas.

Alexander Wilhelm Kolbe

Der Berliner Alexander Wilhelm Kolbe zählt zu den wenigen Philhellenen, die fast alle Phasen des griechischen Unabhängigkeitskrieges miterlebt haben. Seine erfolgreiche militärische Karriere in der Preußischen Armee wurde mit seiner Teilnahme an mehreren bedeutsamen Schlachten in Griechenland vervollständigt. Kolbe unterstützte den griechischen Kampf aber auch finanziell durch die philhellenischen Vereine im deutschsprachigen Raum. Nach dem Krieg wählte er Griechenland zu seinem Wohnsitz und starb 1860 auf Poros.

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Johann Wolfgang von Goethe

Liebe Freundinnen und Freunde,

Ausgelöst durch die Beschäftigung mit dem antiken Griechenland, entstand in Europa seit dem späten 18. Jahrhundert eine zunehmende Griechenlandbegeisterung. Sie drückte sich vornehmlich in Literatur und Kunst aus und prägte eine ganze Epoche.

Viele Europäer erblickten die Fundamente ihrer abendländischen Kultur in Hellas. Auch Johann Wolfgang von Goethe, der große Dichter, Forscher und Reisende gehörte dazu.

Die Antike war Vorbild für viele seiner Schriften und Dramen. Darunter auch Euripides Drama „Iphigenie bei den Tauern“, das er nach den Vorstellungen des damaligen Humanismus neu verfasste. So verwandelte sich die antike Iphigenie in eine neue, mitteleuropäische.

Und diese neue Iphigenie kehrte sehr rasch – noch zu Lebzeiten Goethes- nach Griechenland zurück: Ioannis Papadopoulos übersetzte Goethes Werk ins Griechische. In seinem Vorwort schrieb er: „Alsbald vernahm ich in der Tiefe meines Herzens eine geheime Stimme, die mir zurief: bringe Iphigenie wieder zurück nach Griechenland“

Wir sind stolz und dankbar eine der ersten Ausgaben dieser Übersetzung in unserer Bibliothek zu haben.

Wir sind dankbar und stolz als deutsches Kulturinstitut den Namen Johann Wolfgang von Goethes tragen zu dürfen. Sein Streben nach Neuem, seine Suche nach dem Anderem ist uns bis heute Ansporn.

Wir sind auch stolz, das älteste Goethe-Institut weltweit zu sein: Seit 1952, als das Goethe-Institut als großes Versöhnungsprojekt nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs gegründet wurde, gestalten wir mit unseren vielen Partnern in Athen und ganz Griechenland Zusammenarbeit und Dialog - und freuen uns auf den 70. Geburtstag im nächsten Jahr.

Wir gratulieren Griechenland zum 200. Jahrestag der Befreiung mit den Worten Goethes: „Unter allen Völkerschaften haben die Griechen den Traum des Lebens am schönsten geträumt“

(Dr. Angela Kaya, Leiterin des Goethe-Instituts Athen und Regionalleiterin der Goethe-Institute Südosteuropa)

 


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