Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Kultur und Bildung

13.11.2018 - Artikel

Stand: November 2018

Kultur

Der staatliche griechische Kulturhaushalt beläuft sich für 2018 auf 339,5 Mio €. Die Schwerpunkte der aktuellen staatlichen Kulturförderung liegen erneut (im zweiten Jahr) auf der Förderung eines internationalen Netzwerkes für das antike Drama (Kulturministerin Lydia Koniordou ist auch aktive Schauspielerin), dem Europäischen Kulturerbe-Jahr 2018, der Teilnahme Griechenlands an der Biennale von Venedig und dem 'Creative Europe'-Programm. Der in den Medien erwartete Wechsel in der Leitung des Kulturministeriums hat nicht stattgefunden, der Ministerin wurde jedoch ein Berater für archäologische Angelegenheiten zur Seite gestellt (der einflussreiche Archäologische Rat spielt immer wieder eine große Rolle bei Investitionsentscheidungen, so z. B. für den alten Flughafen in Athen). Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage findet öffentliche Kulturförderung in großem Umfang nicht statt, in diesem Bereich springen oft die großen Reeder-Stiftungen wie Stavros Niarchos ein. Die wirtschaftliche Lage von freiberuflichen Künstlern und Kreativen ist oft sehr schwierig. Auffallend ist die Fülle von alternativ organisierten Kulturveranstaltungen in allen Bereichen, zumindest in den städtischen Gebieten. Die Krise stimuliert offenbar die Nachfrage wie auch das Angebot im nicht-staatlichen Kulturbereich. Die deutschen Kulturmittler Goethe-Institut, Deutsches Archäologisches Institut, DAAD, ebenso die beiden Deutschen Schulen in Thessaloniki und Athen und die beiden deutschsprachigen Gemeinden im Land sind seit langem anerkannt und etabliert und agieren in einem grundsätzlich wohlwollenden Umfeld.

Bildung

Das griechische Bildungswesen ist wie andere Bereiche durch die Wirtschafts- und Finanzkrise betroffen. Hinzu kommt die Herausforderung durch eine zunehmend diverse Schülerschaft, ausgelöst durch die hohe Anzahl von Flüchtlings-/Migrantenkindern, die in das griechische Schulsystem integriert werden. Das 'Schatten-Bildungssystem' in Form zahlreicher privater Nachhilfeinstitutionen, die von fast jeder Familie in Anspruch genommen werden, schwächt das öffentliche Schulsystem, führt zu einer Fehlallokation von privaten Ausgaben, bindet qualifizierte Lehrkräfte und benachteiligt einkommensschwächere Familien. Viele Lehrkräfte im öffentlichen Schulwesen arbeiten auf der Basis von Zeitarbeitsverträgen, was der Qualität und Kontinuität des Unterrichts abträglich ist. Der Minister für Erziehung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten (Konstantinos Gavroglou, Syriza) hat eine ganze Reihe von Reformen auf allen Bildungsstufen auf den Weg gebracht. Themen wie eine Evaluierung von Schulen und Lehrkräften, die Bekämpfung des 'Schatten-Bildungssystems', inhaltliche Modernisierung der Lehrpläne, Reform des Hochschulzugangs u.a. sind jedoch, zum Teil aus ideologischen Gründen, nicht parteiübergreifend konsensfähig. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die starke Rolle der  Orthodoxen Kirche.  Der Bereich der beruflichen Bildung soll deutlich gestärkt werden. Englisch ist die am stärksten verbreitete Fremdsprache und Pflichtfach ab der Grundschule. Es folgen Französisch und Deutsch. Da es weit mehr festangestellte Französischlehrkräfte gibt, wird Deutsch als Fremdsprache im öffentlichen Schulwesen zunehmend geschwächt, obwohl die Nachfrage nach Deutsch hoch ist.

Medien

Die Situation im Medienbereich ist nicht einfach, die wirtschaftliche Situation gerade der Printmedien ist wie überall auch in Griechenland schwierig.  Insbesondere Wochen-, TV- und Fachzeitschiften mussten wegen sinkender Auflagenzahlen und Werbeeinahmen schließen. Auch die Tageszeitungen befinden sich  bis auf wenige Ausnahmen in einer angespannten finanziellen Lage, Journalisten befinden sich oft in einer prekären wirtschaftlichen Situation. Hinzu kommt eine Verflechtung von Wirtschafts- und Medienunternehmen. Unabhängiger Journalismus auf hohem Niveau wird unter diesen Umständen schwieriger. Die meisten nationalen Tageszeitungen verfügen über eine aktuelle Website. Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich Nachrichtenportale im Internet und Blogs. Mit der 'Griechenland-Zeitung' existiert eine deutschsprachige Wochenzeitung von guter Qualität.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

nach oben