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„Ein Leuchtturm unserer bilateralen Kooperation“

„Ein Leuchtturm unserer bilateralen Kooperation“

Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel, beim deutsch-griechischen Innovationsforum in Athen , © Ace Photography

18.11.2019 - Rede

Grußwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, anlässlich des deutsch-griechischen Innovationsforums 2019 „Innovation als Wachstumsmotor“ am 18. November 2019 in Athen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Innovation als Wachstumsmotor – so lautet der treffende Titel dieses Innovationsforums und wer von Innovation spricht, der muss Forschung mitdenken, denn es sind die Spitzenleistungen in Wissenschaft und Forschung, die die Grundlage für ein erfolgreiches Wirtschafts- und Innovationssystem darstellen.

In diesem Sinne ist das deutsch-griechische Forschungs- und Innovationsprogramm seit 2013 eine Erfolgsgeschichte, ein Leuchtturm unserer bilateralen Kooperation. In den beiden Auflagen unseres gemeinsamen Programmes fördern wir insgesamt 47 „2+2“-Projekte mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft. Dafür investieren Deutschland und Griechenland jeweils annähernd 14 Millionen Euro. Das Forschungs- und Innovationsprogramm ist das einzige multithematische bilaterale Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit einem europäischen Partnerland und es ist eine konkrete Umsetzung der deutsch-griechischen Partnerschaftsinitiative von 2010. Das Programm unterstreicht damit die besondere Bedeutung der Beziehungen unserer beiden Länder und es macht darüber hinaus deutlich: Nur gemeinsam und partnerschaftlich können wir neues Wissen erzeugen und Innovationen stimulieren. Mit unserem Engagement tragen wir auch dazu bei, dass Europa seine wissenschaftliche Exzellenz, seine Innovationskraft und seine Wettbewerbsfähigkeit erhält und damit sein einzigartiges Gesellschaftsmodell sichert.

Bei der Konzeption und Gestaltung unseres gemeinsamen Programmes haben wir insbesondere darauf geachtet, dass Themen ausgewählt wurden, die für beide Länder und auch für Europa von hohem Interesse sind. Deshalb adressiert das Programm aktuelle Fragestellungen aus Energie und Gesundheit ebenso wie Bereiche der Bio-Ökonomie oder der Informations- und Kommunikationstechnologien. Gleichzeitig haben wir die Rolle der Sozial- und Geisteswissenschaften und die von ihnen ausgehenden sozialen Innovationen als einen weiteren wichtigen Pfeiler der Zusammenarbeit berücksichtig.

Wir haben einen Fokus darauf gelegt, dass junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler frühzeitig und verantwortlich in internationale Forschungsprojekte eingebunden werden. Dies geschieht auch, um ein Zeichen gegen den noch immer stattfindenden „Brain Drain“ in Griechenland zu setzen und jungen Talenten aus der Wissenschaft nachhaltige Perspektiven zu geben. Wir haben die Anforderungen an die Projekte so gesetzt, dass diese anschlussfähig im europäischen Rahmen sind. Das bedeutet, dass sich diese bilateralen Projekte hin zu europäischen Projekten in Horizont 2020 und im neuen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont Europa entwickeln können. Mit unserem Programm zeigen wir, wie sich bilaterale und europäische Maßnahmen sinnvoll ergänzen und wie wir als EU-Mitgliedstaaten unserer nationalen Verantwortung nachkommen.

Wir haben das Programm so ausgerichtet, dass Wissenschaft und Wirtschaft aus beiden Ländern in den „2+2-Projekten“ miteinander kooperieren. Damit schaffen wir eine exzellente Basis für Innovation, Transfer und Verwertung und decken mit den Projekten einen möglichst großen Teil der Wertschöpfungskette ab. Aus dem ersten Forschungsprogramm haben wir gelernt: Die zweite Auflage schenkt dem Aspekt Wissens- und Technologietransfer eine noch größere Beachtung - deshalb haben wir dazu im Juni hier in Athen zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft eine höchst erfolgreiche Veranstaltung mit den Leiterinnen und Leitern der aktuell geförderten Projekte durchgeführt. Wir möchten die Projekte noch stärker dabei unterstützen ihre Forschungsergebnisse in Produkte umzusetzen. Die Veranstaltung im Juni hat gezeigt, dass es bei den Forschungseinrichtungen und Unternehmen ein großes Interesse gibt, sich hier weiterzuentwickeln und sich den Herausforderungen zu stellen.

Meine Damen und Herren,

ich möchte den Teilnehmenden der heutigen Podiumsdiskussion außerordentlich danken für das Engagement, das sie für die deutsch-griechische Kooperation zeigen. Sie alle vertreten spannende Projekte, die im ersten Forschungsprogramm äußerst erfolgreich waren und viel versprechende Ergebnisse erzielt haben. So beschäftigen sich die Vorhaben WASSERMOD und CONTISOL mit hochaktuellen Fragen aus der Energieforschung: Im Projekt CONTISOL entwickelten die Projektpartner einen innovativen Receiver(Absorber) für eine solarthermische Anlage, der als Reaktor für die Erdgasreformierung (zur Erzeugung von Wasserstoff) dienen kann.

Die Wissenschaftler im Projekt WASSERMOD untersuchten poröse Materialien, die aufgrund ihrer Fähigkeit Wasserdampf aufzunehmen und zu speichern für die effiziente Erwärmung und Kühlung genutzt werden können. Im Projekt ISPEBREAST aus der Gesundheitsforschung wurden Methoden in Richtung einer besseren Individualisierung von Krebstherapien entwickelt. Und das Projekt REPOS macht deutlich, dass die Geistes- und Sozialwissenschaften einen wichtigen Akzent im Forschungsprogramm setzen: es zeigt Probleme und Lösungsansätze im Bereich der kommunalen Verwaltung in beiden Ländern auf. Ihnen allen wünsche ich weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Forschung und ihrer weiteren Zusammenarbeit.

Meine Damen und Herren,

ich bin sehr gespannt auf das im Frühjahr nächsten Jahres in Berlin stattfindende midterm-meeting. Die gegenwärtig geförderten 24 Projekte, die nun seit etwa 18 Monaten laufen, werden ihre bis dahin erzielten Ergebnisse präsentieren. Ich würde mich außerordentlich freuen, Sie zu dieser Veranstaltung in Berlin begrüßen zu dürfen, denn aus meiner Sicht gilt es, den intensiven Forschungs- und innovationsdialog zwischen unseren beiden Ländern fortzusetzen und die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen. Wir haben dafür eine hervorragende Grundlage.

Ich wünsche Ihnen allen nun eine spannende Gesprächsrunde und weiterhin ein interessantes Innovationsforum.

Vielen Dank

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