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Gedenkrede von Botschafter Andreas Kindl am Volkstrauertag auf dem Deutschen Soldatenfriedhof Dionysos-Rapentosa
Ομιλία του Πρέσβη κ. Αντρέας Κιντλ στο Γερμανικό Στρατιωτικό Κοιμητήριο στο Διόνυσο-Ραπεντώσα © © Γερμανική Πρεσβεία στην Αθήνα
Traditionell wurde am Volkstrauertag aller Opfer von Krieg, Terror und Gewaltherrschaft mit einer Gedenkfeier mit Kranzniederlegung auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Dionysos-Rapentosa gedacht.
Es gilt das gesprochene Wort!
Wir gedenken heute gemeinsam aller Opfer, die ihr Leben in Kriegen und durch Gewalt verloren haben. Wir tun dies an einem Platz, an welchem vor genau fünfzig Jahren, 30 Jahre nach Kriegsende, fast 10.000 Gefallene ihre letzte Ruhe finden durften. Die Bundesregierung ist der griechischen Regierung sehr dankbar für diese Versöhnungsgeste, die es ermöglicht hat, hier und in Maleme auf Kreta eine letzte Ruhestätte zu errichten für deutsche Soldaten, die noch eine Generation zuvor Feinde waren. Orte wie dieser machen Gedenken möglich.
Und dieser Tag, der Volkstrauertag zwei Sonntage vor dem ersten Advent, ermöglicht das Gedenken an diejenigen, die vermisst sind - der Onkel meiner Frau, mein Großvater mütterlicherseits und wahrscheinlich in jeder Familie eines jeden Einzelnen von uns hier gibt es Opfer von Krieg und Gewalt, die keinen Ort des Gedenkens gefunden haben. Wo kein Ort des Gedenkens ist, ist wenigstens ein Tag, ein Datum.
Dass wir, Vertreter von Nationen, die sich in vielen Kriegen in der Vergangenheit gegenüberstanden und deren Soldaten – also auch unsere Väter und Großväter noch – die Soldaten und Zivilisten der anderen Nationen zu Millionen getötet haben; dass wir hier und vor einigen Tagen in Faliro gemeinsam unserer Toten gedenken, ist eine zivilisatorische Friedensleistung, die wir nicht unterschätzen dürfen.
Der Blick zurück: unser gemeinsames Gedenken ermöglicht auch die Anerkennung des Leidens des anderen, selbst wenn er unser Feind war. Mit diesem Blick zurück tragen wir zum Verständnis unserer Gegenwart bei. In Europa, vielleicht der schlimmste Kriegsschauplatz des 20. Jahrhunderts, haben wir mit dem Blick zurück aus der Vergangenheit gelernt.
Der Blick nach vorne: das aktive Gedenken beinhaltet auch das Mahnen. Europa ist ein friedlicher Kontinent geworden und hat nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine den Leichtsinn und seine Naivität eingesehen; Europa wird stärker. Die Feinde von damals stehen heute in Europa beisammen; hier vor Ort haben Laurence und Matthew und ich ein klares Bekenntnis zu einer starken und einigen Unterstützung für die Ukraine formuliert.
Das Erinnern, das Mahnen und das für einander Einstehen sind die Bestandteile des Gedenkens. Die Toten mögen in Frieden ruhen!